Feed auf
Postings
Kommentare

Sehr geehrte Frau Sarah Bosetti,

kürzlich, da musste ich auf Ihrer Twitter-Seite herzhaft über einen Witz von Ihnen über Minderheiten lachen. Na also, dachte ich mir, kann man doch noch Witze über Minderheiten machen. Dann habe ich mir Ihre Aussage nochmals angeschaut – und das Lachen ist mir im Halse steckengeblieben. Haben Sie doch diese Aussagen in vollem Ernst geschrieben. Also kein Witz, sondern pure Hetze. Hetze gegen eine Minderheit geht also immer (noch) – (schon) wieder. Und das hat mich bestürzt.

Die vielen kritischen Antworten auf Ihren Tweet sind für Sie ein „orchestrierter Shitstorm von rechts“. Ich kann Ihnen versichern: Ich war nie und bin auch jetzt nicht Mitglied eines Orchesters. Ich habe nie die erste Geige gespielt oder aus dem letzten Loch gepfiffen – letzteres wird aber dank Leuten wie Ihnen immer wahrscheinlicher. Neben mir steht also kein Taktstock-schwingender Dirigent, der mir diese Zeilen diktiert.

Übrigens, nicht dass es Sie etwas angehen würde, aber politisch bin ich eher Mitte-Links angesiedelt und teile bezüglich Corona viele Ansichten einer sehr bekannten Politikerin, die fast den gleichen Vornamen hat wie Sie.

Als weibliche Comedian (nein, eine Kabarettistin sind Sie wirklich nicht, da hilft auch der ein oder andere Preis nicht – haben Sie nicht Dieter Hildebrandt im Grab rotieren gehört…), also als weibliche Comedian gehören Sie ja auch einer Minderheit an – ist es deswegen ein so schönes Gefühl, mal selbst so richtig austeilen zu können? Mal selbst zur Mehrheit zu gehören?

Schließen möchte ich mit einem überaus bekannten Zitat des Impressionisten Max Liebermann, das inhaltlich, aber auch von Zeit und Situation sehr passend ist – ach, kennen Sie gewiss schon, und wenn nicht, einfach mal im Web danach suchen und vor allem, in welchem Kontext er es geäußert hat…

Mit freundlichem Gruß
Thomas

Teilen mit:

Kommentar abgeben

(wird moderiert)