Zu den verheerendsten Gedanken, die leider von vielen längst verinnerlicht sind, gehört die Annahme:
„Die da oben machen doch sowieso was sie wollen.“Es ist eine erbärmliche Entschuldigung für das eigene Nichtstun, für das Ausweichen vor Entscheidungen und Aufgaben, vor die jeder einzelne im Laufe seines Lebens immer wieder gestellt wird.
Nein. Die Wahrheit ist: „Die da oben können nur das verwirklichen, was wir zulassen.“Und das geht sogar noch einen Schritt weiter. Denn wenn wir uns nicht gleichzeitig, um eines kleinen Vorteils willen, von denen da oben zur Mithilfe bewegen ließen, könnten sie gar nichts verwirklichen.
Dem folgt dann ein weiterer, verheerender Gedanke, der schon unsäglich viel Leid über die Erde gebracht hat, und der lautet:
„Wenn ich’s nicht tue, tut’s ein anderer.“Welch ein Selbstbetrug! Welch eine Arroganz! Dem in aller Regel vollkommen unbekannten „Anderen“ zu unterstellen, er sei, wenn ich mich weigere, an meiner Stelle bereit, an irgendeiner Sauerei mitzuwirken – was ist das? Was davon hält einer Nachprüfung wirklich stand?
(Aus dem Nachwort des Politthriller „Andere Abhilfe – Literarische Vision zur Gestaltung einer vom Grundgesetz vorgesehenen Option“ von Egon W. Kreutzer. Quelle: https://egon-w-kreutzer.de/20-gg-haben-alle-deutschen-das-recht-zum-widerstand)