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Einer der profundesten China-Kenner ist der Journalist und Schriftsteller Kai Strittmatter. Als studierter Sinologe ist er in der Lage, chinesische Quellen im Original zu lesen und sich im Gespräch mit dem Bürger von der Straße ein unverfälschtes Bild vom Leben in China zu machen.

Für die SZ hat er viele Jahre in China gearbeitet und sich in dieser Zeit ein umfassendes Netzwerk an Kontakten und Informanten aufgebaut. Es gibt wohl derzeit kaum jemand Anderen, der sich als Ausländer ein solch umfangreiches Wissen über das chinesische Denken und Vorgehen angeeignet hat. Seine Reportagen und Analysen in der SZ waren stets kompetent, hochinformativ, aber nie polemisch. Trotz aller Schwierigkeiten, denen er bei seiner Arbeit in China ausgesetzt war, schimmerte bei seinen Berichten immer die Zuneigung zu China und seinen Bewohnern durch.

Bereits 2018, nach dem Ende seiner Journalistenzeit in China, hat Strittmatter ein Buch darüber veröffentlicht, wie Xi Jinping China umbaut und was diese Entwicklung für uns bedeutet: „Die Neuerfindung der Diktatur: Wie China den digitalen Überwachungsstaat aufbaut und uns damit herausfordert

Unter Xi Jinping, dem mächtigsten Staats- und Parteichef seit Mao, erfinde sich der autoritäre Staat neu, in offener Konkurrenz zum Westen. Aus dem Klappentext: „Peking setzt auf Big Data und künstliche Intelligenz wie keine zweite Regierung. Die Partei glaubt, den perfektesten Überwachungsstaat schaffen zu können, den die Erde je gesehen hat. Das Ziel ist die Kontrolle der KP über alle und alles.“

Höchst lesenswert! Und ein Muss für jeden, der sich mit der Zukunft vor allem auch unserer Gesellschaft und unseres politischen Systems beschäftigt. Die Rezensionen verschiedener deutschsprachiger Tageszeitungen sind durchweg positiv. Viele lassen dabei durchblicken, dass sie bislang die Problematik dieser Entwicklung unterschätzt hätten.

Eine Leseprobe zum Einlesen findet sich bei Google Books.

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